Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei.

Montag, 11.06.2012

Wow. Morgen geht's nach Hause. Die letzten Tage vergingen wirklich wie im Flug. Die waren aber auch größtenteils mit Abschieden und Familienfesten gefüllt. Ich hab aber die Zeit noch sehr genossen und ganz viel mit Freunden gemacht. Mit der Familie sind wir nach Austin (Hauptstadt von Texas) gefahren und dort ein wunderschönes Wochenende verbracht. Ich will jetzt hier aber gar nicht mehr so viel schreiben und jedes kleinste Event beschreiben. Als erstes aus dem Grund, dass es einfach zu viel ist, da ich in den letzten drei Monate offensichtlich etwas faul geworden bin, und 2. weil ich auch jetzt noch andere Dinge zu tun habe: Die Koffer zu Ende packen, mich von den letzten Freunden verabschieden, mein Zimmer auf Vordermann bringen... Man kennt es. Aber ich möchte mich hier bei Euch allen bedanken! Mich hat es unglaublich gefreut, immer wieder von verschieden Ecken zu hören, dass Menschen tatsächlich Freude an meinem Blog finden. Und für mich war es auch einfach am Anfang gut, all die neuen Eindrücke aufschreiben zu können. Dadurch hab ich immer einen klaren Kopf bekommen. Manche Sachen, die mir als erstes total komisch vorkamen, waren, nachdem ich sie einmal in Worte gefasst habe, gar nicht mehr so abwegig. Aber andere Dinge wurde dadurch einfach nur noch unglaublicher. Also vielen vielen Dank! Es tut mir Leid, den Blog in den letzten drei Monaten so vernachlässigt zu haben. Aber ihr könnt ja nochmal die alten Einträge durchlesen, wenn Euch langweilig wird. Und wenn Ihr andere Fragen habt, ab morgen bin ich wieder im Lande! Ich kann nur sagen, dass die letzten 10 Monaten unfassbar waren. Ich habe so viel über Menschen, das Leben und mich selbst gelernt, dass ich mir schon ein bisschen wie ein anderer Mensch vorkomme. Ich hoffe einfach, dass ich mich hauptsächlich zum Guten verändert habe und die Haupteigenschaften, die mich ausgemacht haben, immer noch behalten habe. Also danke nochmal für jeden einzelnen der 3158 Besuche! Ich find das super! Lächelnd Bis dahin,

Eure Weltenbummlerin.

Veränderung.

Donnerstag, 15.03.2012

Der letzte Blogeintrag war am 07.01. Ich werd ja echt amerikanisch. Aber in den zwei Monaten ist eine Menge passiert, das waren nicht nur zwei normale Monate. Aber ich fang jetzt einfach mal an, wo ich aufgehört habe..:

 

Theater. Hahahaha. Das One-Act-Play ist also jetzt gerade am Laufen und es läuft ganz fantastisch. Ich hab drei Rollen: Meine erste Rolle ist eine Hausverwalterin. Diese Rolle hab ich wahrscheinlich meinem Akzent zu verdanken, aber das ist schon okay! Meine zweite Rolle ist eine Nevin, das heißt, ich bin mit zwei anderen Mädchen zusammen eine Mischung aus den drei Engeln für Charlie und Catwoman. Ursprünglich sollten wir auf der Bühne kampfen, akrobatisch aktiv werden und dramatisch sterben, aber das hat zu viel Zeit in Anspruch genommen, und es ist so schon schwer genug, das Skript von 55 auf ungefähr 35 (man muss Publikumgelächter miteinplanen) zu schneiden. Also wurde das alles weggelassen. Jetzt werden wir backstage getötet und nach unseren Sätzen von unserem "Feind" auf den Schulter (zwei von uns gleichzeitig) reingetragen. Die Dritte wird dann hinterher geschleift. In meiner letzten Verwandlung werde ich dann zu einer super gemeinem, aber coolen, Polizistin. Schmatzen beim Kaugummi-Kauen und männlicher Gang sind also angesagt. Badamm!
Jetzt zum Stück an sich: Es basiert auf der keltisch-irischen Legende von Diarmuid und Grainne. Grainne ist die Tochter des Obermasterbosses ganz Irlands. Sie soll den zweimächtigsten Mann im Lande, Fionn, heiraten. Fionn ist allerdings älter als ihr Vater, und eigentlich war sie auch eh immer schon in dessen Krieger Diarmuid verliebt. Auf der Hochzeit verzaubert sie dann also alle außer Diarmuid und zwingt Diarmuid, mit ihr zu fliehen. Erst versucht er, seinem Boss treu zu bleiben, aber dann verliebt er sich auch in sie. Auf Grund einer alten Prophezeihung wird er dann aber von einem Wildschwein umgebracht. Wenn dann aus der Zauberei Pistolen und Drogen, aus dem Krieger der Fahrer und den irischen Trachten Lederjacken werden, kommt man unserem Stück schon ganz nahe. In der Company sind insgesamt 26 Leute und alle sind großartig. Aber die müssen ja irgendwie auch großartig sein, so viel Zeit wie wir zusammen verbringen...
Montag bis Mittwoch haben wir von 3-5 Uhr Probe, also direkt nach der Schule, Donnerstag von 7-9 abends und Samstag ungefähr von 10-3. Dazu kommt dann noch der Unterricht als Klasse. Wenn man das dann zusammen rechnet kommt man auf 18 Stunden pro Woche. Und dann haben wir manchmal, wie letztes Wochenende noch sogenannte Festivals. Da reisen wir dann zu anderen Schulen, führen unser Stück vor und bekommen Kritik, um uns zu verbessern, aber das zählt noch nicht für den Wettbewerb. Da verbringen wir dann manchmal 13 Stunden am Stück zusammen. Aber das macht alles super Spaß, denn die Leute sind ja GROßARTIG... Lächelnd

Sonst habe ich hier gerade Frühlingsferien für eine Woche. Am Samstag war ich dann mit 6 Freunden, natürlich vom Theater, bei einer Rocky-Horror-Picture-Show-interaktiv-Mitternachts-Kinovorstellung. Da rufst du die ganze Zeit irgendwelche doofen Kommentare rein und verkleidest dich so ausgeflippt, bunt und transsexuell wie nur möglich. Da hatten wir also auch genug Spaß. Am Montag gings dann mit meiner Gastmama und -schwester nach San Antonio. Meine Gastmama hatte nämlich Geburtstag, also hier nochmal alles alles Liebe! Lächelnd San Antonio ist wirklich ein wunderschöner Ort mit einem süßen Flüsschen durch die Innenstadt und ganz vielen Cafés und Restaurants links und rechts. Auf dem "Marktplatz" kannst du frisches echtes mexikanischen Essen kaufen und sowieso ist alles total mexikanisch. Die Geschichte über die "Alamo" war auch interessant, aber das dürft Ihr jetzt selber googlen. Da laufen zwar kreuz und quer Touristen durch die Stadt und alles ist auch darauf ausgelegt, aber die Stadt hat den Tourismus auch verdient! Da kann man sowohl romantisch von sanften Lichtern beleuchtet am Fluss zwischen den Blumen lang schländern, als auch mit ein paar Freunden den ein oder anderen Cocktail mit bunten Schirmchen im wilden Nachtleben genießen.

Am Freitag wird's dann lustig bei mir, da ist hier nämlich der Rodeo. Das ist ein großes Fest, das schon seit Wochen läuft, und es lässt sich eigentlich nur mit "Texas" beschreiben. Du kaufst dir ein Ticket und kriegst dann dafür wilde Stierkämpfe, Spiele und Wetten und ein Konzert geboten. Vier Freunde, mein Gastpapa und ich werden zum Konzert der Band "Train" gehen, da freu ich mich schon wirklich total drauf. Morgen früh geh ich dann mit einer Freundin Cowboystiefel shoppen und dann kommen wir hoffentlich schonmal in die richtige Stimmung! Countrymusik mag ich zwar immer noch nicht, aber ich finde langsam Geschmack an dem südlichen Kleidungsstil. Kurze Hosen, offene Haare, lockere Hemden, Cowboystiefel und -hut, Gürtel, Tasche... Dann kannst du direkt Werbung für einen Urlaub auf dem Land machen!

Neues Thema: Social Action. Da unternehmen wir auch 'ne ganze Menge. Jeden Mittwoch gehen wir zum Beispiel für zwei Stunden zu einer sozialen Einrichtung und voluntieren dort. In den ersten vier Wochen durften wir alles, was uns interessiert, mal ausprobieren, aber danach sollten wir uns so langsam festlegen, damit wir uns wirklich bei einer Organisation einfinden. Wir hatten die Auswahl zwischen dem einzigen Tierheim hier in der Gegend, dem es verboten ist, die Tiere einzuschläfern, einem privaten Alzheimer-Heim, einem Altenheim, einem Haus, das Lebensmittel an die Bedürftigen verteilt und einem Heim für Familien -meistens Frauen mit Kindern-, die sich aus irgendeinem Grund nicht mehr sicher zu Hause fühlen und deshalb Zuflucht suchen. Ich hab mich für das Altenheim entschieden, weil ich mich nämlich total in zwei Frauen verliebt habe. Wir arbeiten normalerweise auch dort in der Alzheimerabteilung und es ist so wunderschön, aber auch so schmerzhaft, den Humor, die Freude, aber auch die vergangene Geschichte des Lebens in den Menschen zu sehen. Eine 98-jährige Dame namens Rita liebt es, mit uns über Toiletten zu reden und sich vorzustellen, was der Mann aus dem Nebenzimmer und die Betreuerin dort drinnen machen. Sie hat zwei Puppen -ihre Babies-, namens Rita und George (der Name ihres Ehemannes), allerdings erinnert sie sich nicht mehr an George. Sie erzählt uns den Klatsch und Tratsch über Leute, deren Namen sie nicht kennt, aber mit denen sie Tag für Tag jede Mahlzeit zusammen verbringt. Jede Woche macht es mich traurig zu sehen, wie die Leute zusammen am Tisch sitzen aber nicht mal miteinander reden, weil sie sich ja an nichts erinnern.
Meine zweite Freundin heißt Jean und erinnert sich an rein gar nichts mehr. Normalerweise wissen die Leute zumindest ihre Kinder oder ihre Ehemänner, aber sie weiß nichts. Ich hab ein Foto von ihr und ihrem Ehemann gesehen und die beiden waren wirklich verliebt. Strahlende Glücklichkeit und beide waren wunderschön. Jean ist neu in dem Heim und deswegen verbringt sie ihre Zeit noch damit, durch die Gänge zu wandern und sich umzuschauen. Dabei vergisst sie allerdings, dass sie eigentlich nicht in die Zimmer anderen Leute gehen sollte. Letzte Woche hab ich sie dann auf ihrem Rundgang begleitet. Ich bin in die Zimmer meistens nicht reingegangen, sondern hab immer nur versucht, sie wieder rauszuholen. In einem Zimmer ist sie besonders lange stehen geblieben, bis wir dann gemerkt haben, dass um die Ecke (ich konnte es von der Tür nicht sehen) eine kranke, schlafende Frau im Bett lag. Nachdem Jean das auch gesehen hatte, ist sie schnell zu mir gelaufen, hat wieder meine Hand gegriffen, die sie die ganze Zeit über gehalten hat, und hat wie ein kleines 11-jähriges Mädchen gekichert. Dann wurden wir von den Betreuerinnen schon doof angeguckt, weil wir so viel Spaß hatten. Diese alten Leute haben normalerweise so eine positive Einstellung zum Leben und bringen mich immer zum Lachen, das ist wirklich unglaublich. Wenn ich da bin, denk ich gar nicht mehr daran, dass das ja eigentlich gerade ein Unterrichtsfach ist.

Sonst hatten wir in Social Action viele Gastsprecher sozialer Organisation, die uns über ihre Arbeit in Kenia, Uganda oder im Sudan erzählt haben. Ein paar mal sind mir auch fast die Tränen von den Geschichten, die sie erlebt haben, gekommen, aber nichts ist so rührend, wie selber etwas Gutes zu tun!

 

Ich merke, wie ich mich selber schon unglaublich verändert habe. Das klingt jetzt alles so 0-8-15, aber es ist einfach wahr! Ich bin viel selbstbewusster, offener und erwachsener geworden. Ich denke, es gibt zwei Arten, glücklich zu werden: Es tut unglaublich gut, anderen etwas Gutes zu tun! Wenn andere Menschen sich freuen, und du sie zum Lachen gebracht hast, geht's Dir auch sofort viel besser! Aber manchmal musst Du auch an Dich denken! Manchmal musst Du Dir nehmen, was du willst, ohne Rücksicht auf Verluste, und es dann so richtig genießen! Du musst die beiden Wege nur auseinander halten. Und ich weiß, ich verändere mich hier garantiert noch weiter, nur ob ich zum Cowgirl oder Hippie werde, das weiß ich noch nicht. Aber bis dahin werd ich einfach glücklich sein! Lächelnd

Neues Jahr, neues Glück.

Samstag, 07.01.2012

Frohe Weihnachten und ein wunderschönes neues Jahr wünsche ich Euch allen! Ich hoffe, Ihr alle hattet ein besinnliches Fest mit Eurer Familie und schon vier tolle Tage im Jahr 2012! Ich wollte hier mal ganz kurz die Gelegenheit nutzen, allen Menschen, die mein Jahr 2011 so unvergesslich gemacht haben, zu danken. Danke ganz besonders an Mutti und Vati (hihihi), dafür, dass ihr mir die nötige Unterstützung für meinen Auslandshalt gegeben habt und immer noch gebt! Und an meine Schwester und meine Freunde und meine Großeltern und alle wichtigen Leute in meinem Leben! Ich hoffe, dass wir genauso im neuen Jahr weitermachen können! Lächelnd

Jetzt die guten Neuigkeiten: Ich habs tatsächlich in das neue große super wichtige Wettkampftheaterstück geschafft! Hurra hurra! Das wird schwer und viel Arbeit, aber auch eine Menge Spaß! Dafür wird eine eigene Klasse eingerichtet, nur für die Schüler die im One-Act-Play sind. Aber die Regeln für den Wettkampf sind super streng. Vor ein paar Jahren wurde eine Schule mit 40 Minuten und 2 Sekunden disqualifiziert, weil das Stück nicht über 40 Minuten sein darf. Aber ich kann's nicht erwarten! Das Skript haben wir allerdings noch nicht, die Direktoren haben und schon verraten, dass es eine Version der irischen Legende Diarmuid & Grainne wird, aber wohl eine sehr sehr sehr moderne Version! Bei den Auditions mussten die Mädchen auch girlige, pinke und ausgeflippte Lieder von Miley Cyrus oder so performen... Das wird ein Spaß! Außerdem musste jeder in ein persönliches Interview mit den Direktoren und man hatte eine Minute Zeit, sich in irgendeiner Weise kreativ (oder auch nicht) zu präsentieren. Ich hab mit drei Freunden ein Video gedreht, das aber wieder zu groß war, um es hier drauf zu laden, also guckt es Euch bei Youtube an und genießt es!

http://www.youtube.com/watch?v=sVR2b74YGq8&feature=youtu.be



Wir haben ja seit Dienstag wieder Schule und ich fands echt super, meine ganzen Freunde wiederzusehen! Die Ferien waren zwar witzig und entspannend, aber es gibt halt soo viele Leute, mit denen man sich in der Schule total gut versteht, aber in den Ferien unternimmt man nicht so wirklich was... Und da meine Noten nicht so sehr in Deutschland stehen, steh ich sowieso nicht unter großem Schulstress.

Mein Weihnachten war sehr schön, aber natürlich auch etwas traurig, aber ich erzähl jetzt mal, von der schönen Seite: Wir waren am 24. in einem deutschen Gottesdienst, wo die ganz alten bekannten Lieder gesungen wurde und jeder hatte Kerzen und so (das war gleichzeitig dann auch die traurige Seite meines Weihnachtens). Ich fands super schön und irgendwie gut, dass ich dann doch nicht ein ganzes Jahr auf deutsche Kultur verzichten musste. Am Abend, nachdem wir bei Freunden essen waren, durfte jeder von uns vieren ein Geschenk auspacken - nicht mehr und nicht weniger. Dann sind wir ins Bett gegangen und am nächsten Morgen, dem 25.12, haben wir alle anderen Geschenke ausgepackt, samt den Socken am Kamin. Am Mittag sind wir dann zu der Familie meines Gastpapas gefahren, um dort mit allen zu Essen und noch mehr Geschenke auszupacken. Insgesamt war es eine sehr sehr gute Erfahrung, aber hier in Amerika hat sich alles sehr um Geschenke gedreht. Nicht so sehr in meiner Familie, aber bei meinen Freunden war die Antwort auf die Frage "Wie war dein Weihnachten?" immer "Gut, ich hab das und das und das und das bekommen!". Kulturunterschied.

Ich weiß nicht, ob ich das hier schonmal geschrieben hab, aber in meiner US. History-Klasse ist ein Junge, der bei einer Diskussion meinte, dass es ein Mittel gibt, mit dem man einen Menschen von umbringen kann, indem man alle seine Körperfunktionen runterfährt und seiner Meinung nach sollte man einen Mörder, der 12 Menschen umgebracht hat dann auch dementspechend 12 mal umbringen. Das war schon ein mega Schock für mich, dass ich mit so einem Typen im gleichen Raum sitze. Aber heute wurde es noch besser: Wir haben ein Video über den Nationalsozialismus geguckt und darüber gesprochen, wie die Menschenversuche an den Gefangenen durchgeführt haben. Als dann unser Lehrer gefragt hat, ob irgendjemand fände, man sollte erlauben, Menschenversuche an Kriminelle des Todestraktes durchzuführen, hab ich das eher als rhetorische Frage gesehen. Aber nein, dieser gewisse Junge sagt doch tatsächlich, wenn man richtige Wissenschaft betreiben will, muss man das auch an richtigen Menschen durchführen. Alter, da verzichte ich doch lieber auf richtige Wissenschaft! Leute gibt's, die gibt's gar nicht.

Sonst gibt's eigentlich nicht so viel Neues hier in Texas. Heute war ich mit meiner Familie und den Freunden, mit denen wir auch Weihnachten gefeiert haben, in einem old-school-barbecue-Restaurant mit live Country-Musik und richtig lang gebratenem Fleisch und so, das war echt cool und sonst bin chc grad voll auf so einem Forensic Science - Trip mit neuen Informationsbüchern und so. Hach, was bin ich wieder für ein Nerd, dass ich mir den Unterrichtsstoff auch noch nach der Schule eintrichter... Morgen bekommen unsere Nachbarn einen Austauschschüler und deswegen kommen schon ein paar Freunde der Kinder der Familie zum Kartenspielen am Abend, damit der Junge schonmal Kontakte kriegt, weil er zwar schon die letzten 5 monate auf unserer Schule ist (er hat bei einer anderen Familie gewohnt), aber er spricht leider nihct so gut Englisch und deswegen hat das mit den Freunden bis jetzt noch nciht so hingehauen... Da werd ich hingehen und dann bin ich mal gespannt.

 

Und zum Schluss der Film der Woche: Ein Officer und ein Gentleman! Richard Gere in einer traumhaften Rolle. :) Ich wünsche Euch allen nur das Beste und bis bald! Lächelnd

Aus drei wurden vier und aus vier wurden fünf. :)

Mittwoch, 21.12.2011

Endlich Ferien! Wie ich es genieße... Ausschlafen, DVD-Abende mit Freundinnen, Brettspiele, Lagerfeuer, heiße Schokolade, Mütze und Schal... Okay heiße Schokolade, Mütze und Schal eigentlich eher nicht so. Mehr kurze Hosen, auch wenn es Dezember ist. So ist das Leben in Texas. Aber meine Ferien genieß ich trotzdem in vollen Zügen. In der letzten Schulwoche hatten wir zwar nicht viel Unterricht, weil wir nur unsere Abschlussprüfungen geschrieben haben (ich erklär das jetzt nicht alles hier, weil das total kompliziert ist, aber fest steht, dass ich eine Menge Freizeit hatte), aber es war trotzdem anstrengend. Da war dann einfach jeder ferienreif. Und dann fing der Spaß an. Ich war tatsächlich bei einem Lagerfeuer - dem ersten meines Lebens - und hab ganz viele nette neue Leute kennengelernt. Und ich hab meinen Freundinnen "Mensch ärgere Dich nicht!" beigebracht. Dann hab ich aber auch direkt mal verloren. Das hält mich aber nicht davon ab, weiterhin das Leben hier zu genießen.

Ganz kurz zu unserem Theaterstück: Alles ist super gelaufen und wir alle haben nur gutes Feedback zu den Auftritten bekommen. Meine Lateinlehrerin hat mir wieder Blumen geschenkt, yeeeeeeey! Lächelnd Direkt am ersten oder zweiten Schultag nach den Ferien (03./04.Januar) sind die Castings für das nächste und letzte Stück dieses Jahres: The One Act Play! Das ist der große Theater-Wettkampf von allen Schulen in ganz Texas. Das sind wieder nur total wenige Leute dabei und ich bete einfach nur, dass ich es schaffe! Das wär das Highlight meines Aufenthalts hier. Und dann würd ich eine dieser mega coolen Lederjacken der Schule bekommen, die die Schüler kriegen, die irgendetwas gewinnen oder einen sonstigen besonderen Dienst für die Schule leisten. Das wär das beste Andenken aller Zeiten. Also bitte drückt mir die Daumen!

Zu meiner Überschrift: Wir haben jetzt ein fünftes Familienmitglied. Iris. Ungefähr zwei Jahre alt und wunderschön. Ich wollte schon immer mal eine Katze haben und jetzt ist sie hier! Ich wusste gar nicht wie glücklich es machen kann, mit einer Katze zu kuscheln und ihre Pfote in der Hand zu halten. Lächelnd

Neulich, als ich bei einer Freundin war und wir durch die Straßen gefahren sind, haben wir ein Haus gesehen, mit ganz vielen bunten Lichtern im Vorgarten. Die haben alle immer unterschiedlich schnell und lange aufgeblinkt und erst sah es total chaotisch aus, aber dann haben wir ein Schild mit der Aufforderung gesehen, Radiosender 97.7 einzuschalten. Unglaublich, was sich manche einfallen lassen. Die Beleuchtung stimmte exakt mit der Musik dieses Senders überein. Ich hab ein Video gemacht und das nur für Euch auf Youtube gestellt, weil das zu groß für meinen Blog ist. 
http://www.youtube.com/watch?v=Gb3Wq6TVCYk&context=C346201fADOEgsToPDskIMlGyi9bO24groBnW0Cgnc
Also, Link kopieren, neuen Tab öffnen, Link einfügen, Enter drücken und Video angucken bitte. Danke und viel Spaß!

So jetzt geh ich auch schon wieder ins Bett, damit ich morgen wieder fit bin, um das Leben zu genießen. Frohe Weihnachten an alle! Ich hoffe, Ihr habt ein wundervolles Fest mit Euren Freunden oder Eurer Familie und werdet genau so dick wie ich! Lächelnd

 

Und zum allerletzten Schluss noch die vier Rätsel des Monats:

1. Advent: Was hängt an der Wand und wenn es runterfällt, ist die Uhr kaputt?

2. Advent: Was ist grün, hat vier Beine und wenn es von einem Baum auf Dich runterfällt, bist du tot?

3. Advent: (VORSICHT: makaberer Humor) Was ist pink und klopft gegen die Scheibe?

4. Advent: Was ist das Gegenteil von Frühlingserwachen?

 

Auflösungen gibt's beim nächsten Blogeintrag, außer zum 1. Advent. Bei dem Rätsel hoffe ich, dass keine Auflösung nötig ist! Frohes Fest!

Weihnachten? Es ist November, Leute.

Mittwoch, 30.11.2011

Hallöchen ihr Lieben, naaaaaaaaa, wie geht's, wie steht's? Mir gehts super! Die eine Woche Ferien hat wirklich gut getan und ich hab eigentlich eine Menge von Amerika gesehen, also dafür, dass ich nur vier Tage außerhalb Houstons war. Mittwoch ging's nämlich von Texas nach St. Louis/Missouri, dort haben wir uns den "St. Louis Gateway Arch" und das "City Museum" angeguckt. Der Bogen ist das Wahrzeichen der Stadt, 630ft hoch (das sind 192,024m) und echt cool. Von da oben kann man die ganze Stadt sehen. Es war zwar irgendwie sowas, wo man einmal hingeht, in Miniaufzügen nach oben fährt, rausguckt, in denselben Miniaufzügen wieder runter fährt und das für dein restliches Leben reicht, aber es war definitiv ein Erlebnis und super! Jetzt ganz kurz ein Satz zur Geschichte des Bogens: St. Louis war früher als "the gateway to the west" bekannt, da es die letzte richtige Stadt vor dem unbewohnten Westen Amerikas war. Das heißt, die Leute, die ihr Glück im Westen machen und dort neu anfangen wollten, sind nach St. Louis gereist, haben da nochmal Lebensmittel, Kleidung oder sonst was aufgetankt und von daan fing dann die eigentliche Reise an. Der Bogen ist also das Tor in ein neues Leben. Hier ein kleines Bildchen: 

Das City Museum war noch unglaublicher! Es war gar kein Museum meiner Meinung nach, es war ein riesiges Klettergerüst für Leute allen Alters. Das ist so eine Sache, die sollte ich gar nicht erst versuchen zu beschreiben, da man das nicht in Worte fassen kann, aber nur ganz grob: Man konnte durch einen XXXXXXXL Wal klettern, eine Waldrutsche runterrutschen, durch einen Jungel schlängeln, durch Käfige quetschen und man hat wahrscheinlich sämtliche Verben, die eine Art, sich zu bewegen, beschreiben, benutzt (rennen, kriechen, sich hangeln, sich drehen, balancieren, fliegen, fahren, auf Klo gehen...) Die Leute tauchten aus allen möglichen Erdlöchern aus, da hast du dich echt manchmal erschrocken. Also da will ich mein Kind nicht verlieren... Aber es hat total Spaß gemacht.

Nach diesem Aufenthalt in St. Louis sind wir durch Illionois in eine kleine Stadt in der Nähe von Indianapolis/Indiana gefahren, um dort bis Freitag bei der Familie des Stiefbruders meiner Gastmama zu bleiben. Am Donnerstag war dann Thanksgiving, was eigentlich nur Essen Essen Essen hieß. Truthahn, die Art von Kartoffeln, bei der ich nicht weiß, wie man sie übersetzt, alle möglichen Sorten von kleinen Kuchen, Gemüse... Außerdem kam noch eine andere Familie, die einen 15 jährigen Sohn hatte, das war also gut für mich. Freitag Morgen sind wir dann wieder zurück nach Collinsville/Illionois (15 Minuten von St. Louis/Missouri) entfernt, gefahren, um dort die letzten zwei Tage bei den altern Nachbarn meiner Gasteltern zu verbringen. Die beiden waren total super! Immer gut gelaunt, herzlich, witzig, spritzig, ziemlich direkt, aber keine beleidigende Direktheit, sondern eine erfrischende, und einfach toll! Die Frau hatte den gleichen Namen wie ich und sogar der Zweitname war derselbe. Sie hat mir dann erstmal 3 ihrer ca 300 Paar Schuhe geschenkt. Und das ist keine Übertreibung, sie hat mir ihren Kleiderschrank gezeigt... RIESIG und alle Wände (auch die Innenseite der Tür und ein paar Schuhständer) waren voller Schuhe. Und sie meinte allen Ernstes, sie hätte um die 300!!!!!! Jetzt weiß ich, wofür ich später einen guten Job brauche...Dort sind wir dann jedenfalls bis Sonntag Morgen geblieben, dann ging's zurück nach St. Louis zum Flughafen und dann wieder nach Hause. Da war ich dann aber auch erstmal müde, weil ich fast immer zwischen 6 und 8 aufgestanden war.

Montag, also gestern, war dann wieder der erste Schultag und gestern bin ich schon wieder um 8 ins Bett. Hahaha, das sagt schon alles. Theater war heute und gestern bis sechs und ich hab Donnerstag und Freitag drei Tests...

Heute morgen in der Schule musste ich zum ersten mal zu einem Hausdirektor, weil ich "out of dresscode war". Ich hatte schwarze Strumpfhosen und dazu kurze Hosen an und ich musste wirklich über eine Stunde rumsitzen, bis ich wieder zum Unterricht konnte, weil meine Gastmama natürlich nicht sofort kommen konnte um mir eine neue Hose zu bringen, weil sie erst meine Gastschwester zur Schule bringen musste. Ich mein, wie dumm ist das denn von der Schule? Was machen die denn, wenn die Eltern gerade auf der Arbeit sind und da nicht weg können oder so? Meine Gastpapa war nämlich sowieso auf Geschäftsreise, also konnte er ja auch nicht mal eben herfliegen und mir eine neue Hose zur Schule bringen. Also das macht doch auch echt null Sinn, wenn ich mehr als eine Stunde Unterricht verpasse, weil ich andere Schüler vom Unterricht ablenken könnte - mit Hosen, die definitiv nicht zu kurz waren (wer mich kennt, kennt auch meinen Kleidungsstil) und sogar Strumpfhosen darunter... Da könnt ich mich jetzt noch total drüber aufregen, aber was soll's, wenigstens muss ich deswegen nicht nachsitzen, wie viele andere...

Jetzt kurz zur Überschrift: Hier ist schon ALLES für Weihnachten geschmückt, ich lad bald mal ein Foto von dem Garten meines Nachbarn hoch. Das hab ich vorher noch nie gesehen, zumindest nicht im November! Die Adventszeit hat noch nicht begonnen und alle Weihnachtsbäume stehen schon geschmückt und bunt... Ich glaub, ich werd noch verrückt davon, aber wenigstens komm ich dann so richtig in Weihnachtsstimmung. Bei den Freunden aus Collinsville war "We wish you a Merry Christmas" sogar das Telefonlied, das jedes Mal spielte, wenn jemand angerufen hat.

Und damit wünsche ich Euch allen eine frohe Vorweihnachtszeit am 28.November aus Amerika nach Deutschland!

Schwanger mit 15.

Mittwoch, 16.11.2011

Jetzt ist der letzte Blogeintrag wirklich schon mehr als zwei Wochen her! Tut mir Leid, ich hab das irgendwie immer total vergessen und dann nur abends im Bett dran gedacht... Naja, jetzt kommt ja wieder die nächste Geschichte aus meinem amerikanischen Leben.
Mir ist, durch das Nachfragen mehrerer Leute, aufgefallen, dass ich das letzte Mal gar nicht erwähnt hab, um welches neue Theaterstück es sich denn überhaupt handelt. Es ist "A Christmas Carol", aber eine neue Version. Wir kennen es ja alle so, dass die Geschichte aus der Perspektive des alten grimmigen Scrooge erzählt wird und er von Jacob Marley geändert wird. Jetzt ist es aber genau umgekehrt: Wir sehen alles aus Marleys Sicht, wie er in die Hölle kommt, wie er rausfindet, dass es sein Job ist, Scrooge zu ändern, um in den Himmel zu kommen, wie er erstmal kläglich versagt und sich total blamiert... Unser Theaterdirektor hat mal wieder sehr gute Arbeit beim Skript-Schreiben geleistet und es ist echt witzig. Ich kann mich hier jetzt immer wieder wiederholen und Euch erzählen, wie sehr mir Theater gefällt und wie toll ich die Leute finde und blablabla, aber das kennt ihr ja alles schon, also schließ ich das Thema für heute erstmal ab. Nur eins: Es ist jetzt immer schon dunkel, wenn ich nach Hause komme. Komisches Gefühl...
Jetzt muss ich was verkünden, was die meisten von Euch wahrscheinlich schon wissen, aber wenn nicht, dann erfahrt ihr es jetzt von mir: Ich werde nicht nur das erste Semester, sondern das ganze Jahr hier in Houston bleiben. In den letzten zwei Wochen hab ich das beschlossen und meine Eltern haben mir ihre Erlaubnis gegeben (und auch meine Gasteltern haben glücklicherweise zugestimmt...) und jetzt steht's fest! Hier möchte ich kurz nochmal betonen, dass mir das NICHT leicht gefallen ist. Zehn Monate ohne all die Menschen in Deutschland, die mir so viel bedeuten, ist eine lange Zeit, und es ist nicht so, dass ich komplett gefühlskalt wäre, also bitte denkt nicht, es wär für mich von Anfang an schon klar gewesen und ich würde meine Freunde und Familie nicht vermissen.
Die Gründe für meine Entscheidung sind eigentlich nur, dass ich diese Gelegenheit nur einmal in meinem Leben habe und es deswegen auch voll ausnutzen möchte. Wir haben nämlich festgestellt, dass "ein halbes Jahr" eigentlich nur 4 Monate wären und das ist einfach zu kurz! So, jetzt wissen's alle und Schluss.

In den letzten zwei Wochen hab ich viel erlebt. Ich fang jetzt mal damit an, dass ich Euch berichte, wie es war, mit einem Fake-Schwangerschaftsbauch durch ein öffentliches Gebäude mit vielen Menschen zu laufen. Wie schon angekündigt, gehörte das zu unserem Social Action Projekt über ausgegrenzte Menschengruppen. Die anderen vier Mädchen meiner Gruppe und ich haben uns dann an einem Samstag vor einem Fastfoodrestaurant getroffen und sind erstmal schön essen gegangen. Ein Mädchen und ich haben da schon die Bäuche getragen (wir hatten zwei) und die Leute haben gestarrt wie sonst was.  Da war ein Junge, der absolut nicht beschämt war, uns die ganz Zeit anzugucken. Das war so mega unangenehm, da wär ich am Liebsten einfach hingegangen und hätte den zur Schnecke gemacht. Danach sind wir auf zur Mall, und da ein neuer, bei Teens sehr beliebter Laden Eröffnung hatte, waren umso mehr Leute da. Und schon wieder sind wir uns total doof vorgekommen. Du stehst da, und die Leute stehen direkt neben dir und ihnen ist es null peinlich, Dinge wie "Ohh mein Gott!" oder "Guck mal da!" zu "flüstern", wenn es offensichtlich ist, dass du sie hören kannst. In der Essensmeile hat eine ganze Familie synchron die Köpfe zu uns gedreht, als wir vorbei gelaufen sind, und die Leute denken auch nicht mal daran, ihre Münder zu schließen! Das i-Tüpfelchen war dann aber noch, dass ein Mädchen unserer Gruppe ihren Freund angerufen hat und sie sind dann Händchen-haltend und mit dem dicken Bauch unter ihrem Pulli durch das Einkaufszentrum gegangen. Hömma du, die Reaktionen waren wirklich s-c-h-o-c-k-i-e-r-e-n-d. Ich will nicht mit sechzehn schwanger werden...

Sonst ist Schule in letzter zeit eigentlich ziemlich entspannt, aber trotzdem geh ich fast jeden Abend so um 8-9 ins Bett. Ich weiß nicht was mit mir los ist, aber mein Schlafrhythmus hat sich komplett geändert. Wochenende ist nichts später als 9.30 aufstehen und Schule ist wie gesagt auch total komisch. Apropos Wochenende, mein letztes Wochenende war wirklich gut! Samstag hab ich erst mit einer Freundin Brownies gebacken (die wollte erstmal ihre Backmischung rausholen, als ich BACKEN erwähnt habe, aber ich konnte sie noch rechtzeitig stoppen) und Harry Potter geguckt (das kommt hier seit einer Woche 24/7 auf einem bestimmten Sender im Fernsehen), und danach ging's mit meiner Familie auf zu dem St. Martins Umzug meiner Gastschwester und ihrer deutschen Samstagsschule. Das war natürlich nicht so groß, wie ich es aus meiner Heimat gewohnt bin, aber es war trotzdem total schön, die Lieder zu hören und zu singen, und mit den Kindern und ihren Laternen durch den Wald zu laufen. Dazu konnte man noch deutschen Leberkäse essen und schwupsdiewups hab ich mich wie zu Hause in Deutschland gefühlt.
Am Sonntag war ich dann morgens in der Kirche und danach bin ich mit einer Freundin in einen Wald gefahren, wir haben Essen, Acryllfarben und Leinwände mitgenommen, und dort erst ein kleines Picknick gemacht und dann gemalt. Sowas Friedvolles und Wunderschönes in der Natur hab ich schon lange nicht mehr gemacht, falls ich sowas überhaupt schonmal gemacht habe. Dann haben wir noch Freunde von unserer Schule getroffen und mit denen barfuß Ultimate Frisbee auf einer Wiese gespielt. Ach wie schön die Welt doch ist!

Das Folgende hab ich ein paar Blogeinträge früher schon mal gesagt, aber hier muss ich es einfach wiederholen: Ich bin im Paradies! Bestes Beispiel dafür war gestern: Wir hatten Probe und ich hab mich mit einem Jungen unterhalten. Irgendwie sind wir auf das Thema Massagen gekommen, und direkt erzählt er mir, er hat mal einen zweiwöchigen Massagekurs gemacht. Seine darauffolgende zehnminütige Kopf- und Rückenmassage war der Hammer! Leider war danach seine Szene an der Reihe, sodass er gehen musste, aber es war noch nicht aus mit den Massagen, nein nein. Da kam sofort ein anderer Junge angelaufen und hat mir eine Fußmassage gegeben (haha Evi, ich musste an dich denken!). Aaaaaaaalter, die beiden hatten's drauf und es waren Jungen! Sowas hab ich noch nie erlebt bei unseren deutschen Kerlen, und die beiden amerikanischen Typen sind keinesfalls in irgendeiner Weise geistig verwirrt, wie man es vielleicht denken könnte, sie sind eigentlich ziemlich witzig und wirklich nett. Wie gesagt, wie schön die Welt doch ist! Und der erste Junge hat auch ein mega Gedächtnis! Er konnte mir sagen, was ich getragen habe, als wir uns zum ersten Mal getroffen haben. Und das von jedem Menschen im Raum. Und er musste nur ca 3 Sekunden auf eine zufällige Zahl mit 8 Ziffern schauen, die ich ich mir ausgedacht habe, und konnte sie sofort auswendig und auch rückwarts, nur jede zweite Zahl oder sogar von der Mitte nach außen aufsagen. Unglaublich! Und er meinte, ich kann ihn diese Nummer an einem beliebigen Datum abfragen, er wird sie wissen. In der Tat kann er sich an alles erinnern, was er erlebt hat, seitdem er 2 Jahre und 8 Monate alt war. Ich hab ihn dann gefragt wie das ist, wenn man so ein gutes Gedächtnis hat, weil das ja nicht nur seine Vorteile hat, und er hat mir erzählt, dass er sich zum Beispiel noch genau die letzten Worte seiner Oma erinnern kann, weil er bei ihr war, als sie gestorben ist. Und er weiß noch genau, wie viele Sekunden zwischen ihren lezten Worten und ihrem letzten Atem vergangen sind. Das ist einfach nur irre.

Themawechsel: In drei Tagen sind Thanksgivingferien! Da flieg ich dann für 5 Tage nach St. Louis und einen Tag verbring ich wahrscheinlich in San Antonio oder Austin oder sowas. Ich freu mich total aber - Ihr werdet's kaum glauben - ich werd Theater vermissen, weil ich das soooo super toll finde! Geh ich Euch damit schon auf die Nerven oder soll ich es noch ein bisschen öfter erwähnen? Wie auch immer, jetzt geh ich mal wieder ins Bett, es ist nämlich schon viertel nach acht... Oho, ich hoffe, das wirft mich nicht völlig aus der Bahn morgen! Bis bald, ihr Lieben und lest fleißig weiter, ich finds super von Euch. Danke dafür!

Soundtrack der 2 Wochen: Wiz Khalifa fest Snoop Dogg - Young and wild and free <3
Bemerkung der 2 Wochen: Danke, an all die Eltern, Großeltern, Lehrer, Geschwister und so weiter, die uns Deutschen lehren "Der Esel nennt sich immer zu erst!" Hier gibt's das nicht. Es heißt fast immer "Me and Soundso", zu mindest bei den Leuten in meinem Alter. Danke, dass ich diese Höflichkeitsmanieren gelernt habe, es wirkt doch schon anders meiner Meinung nach!

Yes.

Samstag, 29.10.2011

Ich habs geschafft! Ich hab eine Rolle in dem neuen Stück bekommen! Ich bin die verdammte Geisterfrau aus der Hölle. Im Stück heißt es, ich trage ein Kleid, das mit Juwelen bedeckt ist, jetzt bin ich natürlich sehr gespannt auf mein Kostüm. Und mein Direktor hat schon angekündigt, dass ich nihct mehr die süße Ente sein werde, sondern dass ich diesmal gruselig und angsteinflößend sein soll. Yes Sir, meine Spezialität! Ich hab mich natürlich total gefreut, nicht nur weil ich wirklich gerne schauspieler, sondern auch, weil ich jetzt soo viele nete Menschen wiedersehe. Ich hatte letzte Woche schon wieer Montag, Dienstag und Mittwoch Probe und Morgen müssen wir auch von halb zehn bis eins in der Schule antanzen, aber ich finds super! Lächelnd
Auch in allen anderen Dingen hatte ich eine echt gute letzte Woche. Ich hatte mehrere Tests, die besser als erwartet waren (hoffentlich) und hab viel mit Freunden gemacht. Gestern war ich dann mal wieder auf einem Footballspiel, aber nicht auf einem lausigen kleinen unserer Schule. Neeehe, es war ein Collegefootballspiel, das heißt Downtown in einem großen Stadion und ganz viel täätärätää. Da sind allen Ernstes 5 Fallschirmspringer aus einen Flugzeuga auf das Spielfeld geflogen, zwei hatten die Flaggen der beiden Colleges, einer eine Texas-Flagge und einer hat eine Amerika-Flagge mit sich gebracht. Welche der letzte Fallschirmspringer hatte, weiß ich nicht mehr, aber das war echt heftig! Die Spieler der Heim-Mannschaft kamen zwischen zwei Feuern und von Nebel umgeben auf das Spielfeld gerannt, was auch ziemlich eindrucksvoll war. Und in der Halbzeitpause haben ca 30 Middle- und Elementary schools auf dem Feld ein und denselben Tanz gecheerleadert. Wenn ich so viele Menschen sehe, die das Gleiche machen, krieg ich immer eine mega Gändehaut. Dann hat es aber angefangen richtig zu schütten, und weil meine Freundin und ich keine Jacken dabei hatten, haben wir uns dann unter den Sitzen in dem Gebäude untergestellt und Musik gehört und Leute angelacht. Das war mal wieder ein typisch-amerikanischer und wundervoller Abend. Heute war ich dann mit meiner Gastfamilie auf dem Kinderkarneval meiner Gastschwester mit ganzen vielen Buden, Hüpfburgen, Aktionen, Karikaturmalern und einem Schminkstand. Da hab ich dann auch direkt mal eine schwarze hübsche Kringellinie auf die Wange gemalt bekommen. Lächelnd
Meine weiteren Pläne für das Wochenende sehen auch ganz gut aus: Gleich geh ich auf eine Tanzparty und morgen seh ich das Musical Memphis mit meiner Gastmama und einer anderen echt netten Austauschschülerin (natürlich hab ich erst Probe). Ich kanns kaum erwarten, ich liiiiiebe Musicals einfach! Und Sonntag hat meine Gastschwester dann ihre Halloweenparty für 20 andere Kinder, also ca 40 Gästen mit Mütter/Vätern. Meine Gastmama hat sogar die Frau, die heute geschminkt hat auf dem Fest, bestellt, um die Kinder zu unterhalten, aber pschscht, meine Gastschwester weiß davon nichts! Das wird also ganz witzig wahrscheinlich.

Jetzt will ich kurz nochmal erzählen, was wir jetzt in Social Action machen: Wir haben über Gruppen von Menschen unserer Schule geredet, die ausgerenzt und nicht als so wertvoll wie andere Menschen angesehen werden. Dann musste man sich mit anderen eine Gruppe aussuchen und unser Projekt ist jetzt, diese Menschen zu verstehen und wirklich kennenzulernen. Die Gruppen sich echt völlig unterschiedlich, von den behinderten Kindern unserer Schule, über die homosexuellen und neuen Schüler/innen, die (noch) keinen Anschluss gefunden haben, bis hin zu den Cafeteriaverkäuferinnen und Putzfrauen. Meine Gruppe beschäftigt sich mit schwangeren Teens. Dazu wollen wir mit Hilfestellen reden und die Arbeiter dort interviewen, mit einem Fake-Schwangerschaftsbauch durch Walmart laufen und erleben, was heißt komisch angeguckt zu werden und eine Schulwochentagsnacht (seltsames Wort...) mit einer jungen Mutter verbringen. Wieso gibt's sowas nicht in Deutschland? Das ist doch viel wertvoller als alle anderen Schulfächer! Ich mein, das ganze Projekt läuft jetzt mal grad eine Woche, aber du siehst schon Unterschiede. In jeder Lunchpause siehst du Schüler bei den behinderten Kindern sitzen und auch ich achte jetzt immer darauf, die Putzfrauen und Cafeteriafrauen ganz nett anzulächeln und viel mehr Leute sagen "Danke" und "Entschuldigen Sie mich". Ich find das wirklich unglaublich und meine Lehrer sagt "So startet man eine Revolution; wenig Menschen, die anfangen, Großes zu machen." Meine Lehrer ist mein Held!

Der Alltag ist schon wieder eingekehrt

Mittwoch, 19.10.2011

Ohhhho ich muss zugeben, in letzter Zeit hab ich meinen Blog wirklich etwas vernachlässigt, aber das hol ich jetzt alles wieder auf, also macht euch gefasst: Es gibt Neues aus dem Leben eines späteren Broadwaystars! Lächelnd
Die Alice in Wonderland-Auftritte liegen zwar jetzt schon über eine Woche zurück, aber ich werd euch trotzdem alles Wichtige berichtigen, da die meisten meiner älteren Einträge hier ja nur darum handeln. Am vorletzten Donnerstagabend war also die erste Show, aber ich war nicht wirklich aufgeregt. Die Leute, die mich kennen, wissen, dass ich nur selten nervös werde, es sei denn es geht um's Schlagzeug spielen, aber sonst bin ich relativ locker, wenn ich etwas vor vielen Leuten vortragen muss, und da von mir zum Glück kein Schlagzeugsolo erwartet wurde, gings mir, verglichen zu anderen Schauspielern, ziemlich gut. Natürlich lag eine gewisse Spannung in der Luft, als alle im Dunkeln hinter dem noch geschlossenen Vorhang saßen, darauf wartend, dass die vom Direktor gehaltene Ansprache ein Ende nähme und man endlich das Einstudierte zum Besten geben konnte. Beim allerleisesten Hüsteln bekam man von gewissen Personen schon ein "Pscht" oder "Quiet!" entgegengeschleudert, aber irgendwie gehört sowas dazu, denke ich. Denn eigentlich war es ein gutes Gefühl zu wissen, dass da jetzt 50 andere Menschen genau wie ich hinter diesem Vorhang sitzen und nochmal ihre Zeilen durchgehen. Und die Show ist auch im Großen und Ganzen echt gut geworden. Es sind zwar in jeder Show ein paar Missgeschicke passiert, aber eigentlich hat sich das echt keiner anmerken lassen und alle haben gekonnt so getan, als ob es beabsichtigt wäre. Dazu schreib ich aber gleich nochmal was.
Die ersten zwei Shows am Freitagmorgen (für die übrigens auch Schule ausgefallen ist - natürlich nur für die Theaterleute muhahahaha) waren dann für Elementary Schools und ein paar Klassen von Middle Schools. Das heißt, das Durchschnittsalter unserer Zuschauer lag bei 6-7 Jahren. Dazu mussten wir die Kinder schon in Kostümen und in Charakter mit Sätzen wie "Naaaa, schon aufgeregt?", "Das wird richtig super, ich versprech's dir!" oder "Ohh, du hast aber ein ganz ganz süßes Kleid an. " begrüßen, aber die Kleinen waren wirklich süß. Manche sind einfach auf dich zugelaufen und hab dich umarmt. Lächelnd Und ganz nebenbei, das war meiner Meinung nach unser bestes Publikum von allen 6 Shows.
Freitag Abend, Samstag Morgen und Samstag Abend waren dann wieder Auftritte für alle, die wollten und da wurd's dann ernst. Freitag Abend ist meine Gastfamilie und eine andere Familie, die ich gut kenne, gekommen und dann strengt man sich ja doch schon noch ein bisschen mehr an... Samstags waren dann viele meiner Freunde aus der Schule da und Samstag Abend war sowieso die "Final Performance", das heißt, die letzte und wichtigste Show. Das Allerallerallerbeste, was mich zu mehreren Luftsprüngen veranlasst hat, war aber, dass meine Lateinlehrerin mir gelbe Blumen - passend zu meinem Kostüm - mitgebracht hat. Sie hat nur ihrer Tochter und mir welche geschenkt und dabei kennt sie mich doch erst 2 Monate! Ich weiß nicht genau, warum ich deswegen so ausgeflippt bin, aber ich war total glücklich.

Jetzt zu den Missgeschicken: Ich denke, ich werde nur das witzigste Erlebnis beschreiben, weil alles andere sowieso klassische Situationskomik ist, aber ich werde wahrscheinlich trotzdem wieder lachen, wenn ich es Euch erzähle, weil ich noch genau die Bilder im Kopf habe. In Alice in Wonderland geht es ja darum, dass Alice ins Wunderland reist und dort der Herzkönigin begegnet. Die Herzkönigin lässt Alice am Anfang dehalb immer von ihrem Diener beschatten. Dieses Beschatten sah in unserem Stück so aus, dass der Diener in den meisten Szenen immer irgendwo hervorgesprungen kommt, sich umschaut und dann wieder von der Bühne rennt. So auch in der Szene, in der Alice mit 6 Blumen redet. Die Aufgabe des Knechts geht hier aber noch etwas weiter: Er muss ein als Blume verkleidetes Mädchen über der Schulter tragen und so mit ihr von der Bühe rennen. Das hat immer super geklappt, bis zur Samstagmorgen-Show. Da rennt der Diener nämlich auf die Bühe, schaut sich um, schnappt sich die Blume, dreht sich um, stolpert und klatscht mit seiner Fracht auf der Schulter volle Socke hin. So kommen die beiden nur auf allen Vieren hinter den Vorhang gekrochen. Und das genau vor meiner Nase. Ich wusste gar nicht, wie schwer es sein kann, die Lautstärke einen Lachkrampfs so weit es geht zu minimieren. Nach einer Weile haben wir alle uns aber wieder etwas eingekriegt (auch der Diener musste lachen) und der Knecht hat seinen nächsten Auftritt. Er rennt wieder auf die Bühne, guckt sich um, will rennen, stolpert und legt sich ein zweites mal vor dem Publikum hin. Ich entschuldige mich hier für meine Schadenfreude, aber das war einfach witzig. Das kann man nicht anders beschreiben. Ich hab mich tausend mal bei dem Jungen entschuldigt, weil ich ihn echt gerne mag und wir bei den Proben immer echt Spaß hatten, und ich hoffe, er hat mir verziehen. Aber nach dem zweiten Mal hat eh jeder Zuschauer gedacht, es wäre extra, weil es nur sehr sehr selten vorkommt, dass jemand zwei mal direkt hintereinander auf der Bühe hinfällt. Und verletzt hat sich zum Glück ja auch niemand. Also alles halb so wild.

Das war jetzt doch schon etwas detaillierter, als ich es geplant hab, aber was soll's. Es ist wie es ist.
Nach dem letzten Auftritt war eine Party für alle Leute aus dem Theater bei einem Mädchen zu Hause, und es war echt gut, aber auch traurig, weil es damit endgültug vorbei war.

Die darauffolgende Woche hatte ich dann erstmal Zeit. Zeit fürs Lernen, fürs Skypen mit meinen Freunden und meiner Familie in Deutschland, Zeit fürs Briefeschreiben und Zeit für mich. Am Anfang hatte ich davor etwas Angst, weil ich plötzlich auch Zeit zum Nachdenken und somit zum Vermissen hatte, aber ich denke, über das Heimwehstadium bin ich wirklich hinweg, ohne es auch nur einmal wirklich gehabt zu haben. Puuuh, glück gehabt! Lächelnd (Kein Heimweh heißt nicht kein Vermissen, klar?

Heute haben wir erfahren, was das nächste Theaterstück sein wird: eine neue Version von "A Christmas Carol". Dazu werden es wahrscheinlich 8 Schüler von den 60, die morgen zum Casting gehen werden, wirklich ins Stück schaffen. Ich vermutlich nicht, aber natürlich probier ich es wenigstens. Ihr werdet es dann das nächste mal erfahren.

Jetzt noch ein paar außer-theaterliche Dinge: Das Wetter hier wird kühler (es geht so bis zu 25°C runter), aber letztes Wochenende war ich noch mit drei Freunden bei uns im Pool ohne zu frieren. Freitags war ich auf einem Footballspiel und hab nachher mit einer guten Freundin bei einer anderen Freundin geschlafen. Sonntag war ich dann joggen und in der Kirche und sowas alles. Der Alltag ist eben wieder eingekehrt. Obwohl es vielleicht doch langsam eher zum Alltag gehört, jeden Tag auf Jück zu sein.

 

Jetzt zum Schluss will ich Euch noch ein Bild zeigen, über das wir in Social Action heute gesprochen haben. Ich konnt erstmal gar nichts dazu sagen oder aufschreiben. Das kommt für Euch jetzt ganz ohne Zusammenhang, aber mich hat es ziemlich geschockt. Fangt damit an, was ihr wollt. Und damit nur die besten Wünsche für Euch! Bis bald.

Da bekommt das Wort "cute" eine ganz neue Bedeutung

Donnerstag, 06.10.2011

Ahhhh mein Theaterdirektor macht mich verrückt. Ich hab soo wenig Zeit nur noch in letzter Zeit. Ich hatte in der letzten Woche jeden Tag Probe bis 7 oder halb 7 oder so um den Dreh und dann gibt's in der Schule noch nichtmal was zu essen und wir machen keine Pausen. Das heißt ich sitze da  Stunden fest und warte auf meine Szene. Zum Glück war Emilys Vater neulich so nett uns Pizza vorbei zu bringen, die wir dann heimlich verschmaust haben (daraufhin hab ich dann aber auch prompt den Anfang meiner Szene verpasst...). Aber das ist wirklich anstrengend. Kein Wunder dass ich am Dienstag schon um 8 Uhr ins Bett gegangen bin und kein bisschen für den Mathetest am nächsten Tag gelernt habe.
Das war jetzt ziemlich direkt also nochmal langsam. Wie gehts euch denn so? Hier läuft alles auf Hochtouren für die 7 Auftritte, die wir von Donnerstag bis Samstag haben. Heute war der letzte Tag vor der Show und wir haben erst gestern zum ersten mal mit Kostümen geprobt. Mein Kostüm ist grausam. Noch grausamer als ich dachte, aber alle sagen mir, ich seh so suuper süß aus und wäre so wertvoll für die Show. Ich glaube aber, dass "süß" nicht wirklich "süß" meint, wenn man grade in mega weiten Flatterhosen, einem Piratenhemd, einer Tischdecken-Weste, weißen Strumpfhosen mit schwarzen Ballerina und einem Koch-ähnlichen Hut steckt. Ach und wenn einen alle mit "Quark" begrüßen und bei Facebook einen "Duck-Song" auf die Pinnwand posten. Lachend 
Aber jetzt, wo sich das Projekt "Alice in Wonderland" dem Ende zuneigt muss ich sagen, dass ich echt viele Leute kennengelernt habe und ich glaub ich hab auch eine Menge gelernt. Und es waren nur ca 6 Wochen! Alle Cast- und Crew-Mitglieder sind total nett und das Theater ist wirklich wie eine Familie. Da laufen die komischsten Menschen rum, mit den seltsamsten Tricks auf Lager und den witzigsten Klamotten. Du kannst sein wie du willst, weil alle sind, wie sie wollen. Nirgendwo hat man mehr Spaß!

Wir haben heute in Social Action einen Film gesehen und ich hab wirklich geweint. Nur so am Rande, wenn ihr etwas wirklich Weltenbewegendes gucken wollt, schaut "the human experience", das ist einfach unglaublich. Es ist garantiert für jedes Alter und einfach zeitlos. Das ist echt kein normaler Film, also schaut ihn euch an! Und wartet bis zum Ende, das ist das Beste! Und bitte fühlt euch jetzt grade ALLE angesprochen, ich möchte diesen Film verbreiten.

Jetzt mal was ganz anderes: Mein letztes Wochenende war wirklich wunderbar! Am Samstag war ich auf dem Fav 5 - Konzert, wo die Band nur Beatlessongs gecovert hat, aber ich hab nicht wirklich viel von der Band gesehen. Meine zwei Freunde Emily und Hayden und ich haben uns nämlich auf den Steg an einem See (bei Sonnernuntergang jaha) gesetzt und den Abend genossen mit guter Backgroundmusik. Hayden ist übrigens ein echt guter Sänger und hat dann immer die Lieder mitgesungen, was wirklich beeindruckend war. Nachher lagen wir nur mit einer Decke etwas abseits auf einer Wiese unter einem Sternenhimmel und haben geredet, gelacht und erzählt. Ich liebe die beiden.
Den Sonntag hab ich mit 2/3 meiner Familie verbracht, ich bin nämlich wie geplant mit meiner Gastmama und -schwester zum Strand ca eine Stunde von hier gefahren. Das war auch wirklich toll, aber ich hab dort den wohl stärksten Sonnenbrand meines bisherigen Lebens bekommen. Den Abend hab ich nur auf dem Bauch auf meinem Bett verbracht ohne mich wirklich zu bewegen und die beiden haben meine Beine und meinen Rücken eingecremt. Montag hatte ich dann wirklich die Popokarte, weil all meine Jeans mega eng sind und das total an meinen Beinen weh tat und der Schmerz an meinen Rücken verursacht durch meinen BH war ebenfalls unerträglich. Ich mach das jetzt ein bisschen dramatisch, denn "Übertreibung macht anschaulich" und es war wirklich schmerzhaft... Bei der Probe musste ich nämlich die ganze Zeit meine Beine anwinkeln oder auf dem Boden knie(e)n oder aufspringen oder meinen Oberkörper wie beim Watscheln bewegen. Heute, 4 Tage später, tut mein Rücken immer noch weh und ich trag nur weite T-Shirta. Zum Glück trag ich bei der Show selber ja ein Piratenhemd, das also auch weit genug ist. Und das alles nur, weil ich zu faul war meinen Rücken und meine Beine einzucremen am Strand. Mein Gesicht, meine Schultern, mein Dekolltee und meinen Bauch hab ich nämlich mit Sonnencreme eingecremt. Ich hätte mich wahrscheinlich selbst umgebracht, wenn ich da auch noch so einen Sonnebrand gehabt hätte. Unentschlossen Naja, das war ja nicht der Fall also ist alles super. :)

Meine restliche Woche wird wahrscheinlich auch echt gut. Morgen ist Donnerstag, das heißt, ich kann bis 8 schlafen, Freitag hab ich gar keine Schule, weil wir den ganzen Vormittag Auftritte für Elementary Schools (=Grundschulen) haben. Samstag Abend ist After-Party bei einem Mädchen vom Theater zu Hause für alle, die beim dem Stück mitgewirkt haben, aber ich weiß nicht so Recht wie wir alle in ein Haus passen sollen, und Montag hab ich auch noch frei, weil nationaler Feiertag "Columbusday" ist. Die Entdeckung Amerikas war zwar eigentlich am 12. Oktober 1492, aber hier wird es jedes Jahr am zweiten Montag im Oktober gefeiert und das ist in 4 Tage, yeeeey! Das heißt, ich hab ein 4-Tage-Wochenende. Lächelnd Ich denke an alle, die dann in der Schule sind oder arbeiten müssen. :) 

Ach ja und ich hab am 3.Oktober auch ganz viel an euch in Deutschland und an Deutschland selbst gedahct, weil Tag der deutschen Einheit war! Ich bin immer noch eine waschechte Deutsche! :)

Jetzt bin ich auch mal wieder weg hier, bis bald, meine Lieben, ihr hört von mir, wenn ich berühmt bin. Nächste Woche wahrscheinlich. Macht's gut.

 

Bemerkung der Woche:
Was meine 5jährige Gastschwester zu meinem Sonnenbrand zu sagen hatte: "Nein nein, du siehst gar nicht aus wie eine Tomate. Du bist ein Labster."
Erklärung zu Labster: http://marinefishmaster.com/marinegallery/thumbs/lrg-303-labster1.jpg
Nachher hat sie das dann aber revidiert. Eigentlich wäre ich ein Herz. Hiiihii. :)

Duck.

Freitag, 30.09.2011

Die letzte Woche war wirklich anstrengend. Außer einem Tag, an dem ich gar nicht in der Schule war, weil es mir nicht gut ging, hatte ich jeden Tag Probe für Alice in Wonderland. Am Anfang saßen wir während den Szenen, in denen wir nicht auf der Bühe waren, immer im Zuschauerbereich und haben uns mit anderen unterhalten, aber jetzt geht das nicht mehr, weil die Direktoren jetzt wollen, dass jeder bei den Kostümen, beim Anmalen oder Bauen der Equisiten oder bei anderen Crew-Dingen hilft. Dann kann es schonmal vorkommen, dass ich vier Stunden nur Stoff stecke und zusammennähe, wenn auch noch meine Theaterunterrichtsstunde direkt vor der Probe ist. Aber man lernt immer mehr Leute kennen und dadurch wird es echt witzig. Und dann muss ich immer an meine Mami denken Lächelnd Ich hab jetzt auch schon mein Kostüm gesehen: Knallgelbe Ballonhosen wie Aladdin die anhat und eine gelb-weiß gestreifte Weste. (Wer schonmal bei mir zu Hause in Deutschland im Garten gegessen hat, weiß vielleicht, dass wir so eine Tischdecke haben, die genauso aussieht. Ich glaube zumindest, dass wir so eine haben.) Und in genau einer Woche ist dann auch schon die erste von den vier Aufführungen. Das wird bestimmt peinlich, aber die witzigsten Sachen im Leben sind die peinlichen! :)
Sonst ist bei mir in der letzten Woche eigentlich nicht so viel passiert. Wir hatten einen Feueralarm, Schulfotos wurden vom Fotografen gemacht und sonst waren viele Tests und Quizes angesagt, aber das hab ich alles gut überlebt.
Am Wochenende hat ein deutscher Freund, der hier in der Nähe (eineinhalb Stunden von mir) wohnt, bei mir übernachtet und wir haben für meine Familie echtes Schnitzel gekocht! Wie ich das deutsche Essen vermisse! Es war super lecker mit Klößen und Rotkohl und Salat... Hach ja, darauf freu ich mcih wirklich schon wieder. Und wir waren in der Galleria, dem riesigen Kaufhaus, von dem ich schonmal erzählt hab. Da hab ich eine Hose gekauft. Wir waren in allen Läden, in die man nur gehen konnte und die Hose hab ich im allerallerletzten gefunden. Also die Galleria ist echt nicht sooo super. Aber witzig war es trotzdem. Lächelnd
Am Freitag war ich Rollerskaten. Und zwar mit den richtigen alten Retro-Dingern wie man das auch Filmen kennt. Ich war da mit meinem Latin-Club und es hat wirklich Spaß gemacht. Aber dann ist ein Junge gefallen und am Montag haben wir dann erfahren, dass er sich tatsächlich das Fußgelenk gebrochen hat!! Der macht das so schnell bestimmt nicht nochmal.

Am nächsten Wochenende hab ich wieder ganz viel Probe, wahrscheinlich dann auch mal mit Kostümen. Und am Samstagabend ist hier ein Konzert einer Band, die ausschließlich Beatlessongs covern, da geh ich mit drei Freunden und meiner Gastmama und -schwester hin. Da kann man sich eine Decke oder Stühle mitnehmen und sich ganz gemütlich ins Grass setzen und sich unterhalten. Und am Sonntag fahren wir wahrscheinlich zum ersten mal nach Galveston zum Strand, aber das steht noch nicht ganz fest, weil es dafür schönes Wetter sein muss und heute hat es geschüttet wie aus Kübeln. Aber das tut den ganzen Ausgetrockneten Seen und Gärten hier echt mal gut. Es hat auch total geblitzt und gedonnert, aber ich hab's genossen. Da musste ich nämlich an meine Schwester denken und daran, wie wir früher immer barfuß im Sommerregen rausgerannt und in die Pfützen gesprungen sind. Ich bin dann auch tatsächlich mit einem anderen Mädchen aus dem Theaterstück (ich war nämlich noch in der Schule, weil ich -wer hätt's gedacht- Probe hatte) rausgerannt, aber irgendwie wars ja doch nicht das Gleiche.
Naja, jedenfalls freu ich mich schon sehr auf das kommende Wochenende, aber ich krieg langsam ein schlechtes Gewissen, weil ich es so selten nur schaffe, mit meinen Freunden und meiner Familie in Deutschland zu skypen. Aber hey, das heißt auch, dass ich keine Zeit für Heimweh hab, meine Lieben. Ich genieß hier einfach nur alles. Lächelnd

Und jetzt noch eine kleine Anmerkung: Heute in meiner Lateinstunde hat es ein Mädchen doch tatsächlcih gebracht, die Lehrerin zu fragen, ob sie sich während des Unterrichts mit ihrem mitgebrachten Glätteisen die Haare glätten kann. Und sie durfte! Das kenn ich aus Deutschland wirklich nicht. :D
Und die Vokabeln der Woche sind "fabric - Stoff" und "seargent - Kettelmaschine"
Bis ganz bald. Have a wonderful week guys! Lächelnd

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